Ein Beispiel veranschaulicht die Logik: Ein Mehrfamilienhaus in Leipzig-Gohlis, Baujahr 1925, saniert 2015. Grundstück 500 m², Bodenrichtwert 350 €/m², Wohnfläche 500 m², Kaltmiete 8 €/m². Gehen Sie Schritt für Schritt vor:
Schritt 1 - Jahresrohertrag: 500 m² × 8 €/m² × 12 Monate = 48.000 € pro Jahr.
Schritt 2 - Bewirtschaftungskosten: 20 % des Rohertrags = 9.600 €. Reinertrag vor Bodenwertverzinsung: 38.400 €.
Schritt 3 - Bodenwert: 500 m² × 350 €/m² = 175.000 €.
Schritt 4 - Bodenwertverzinsung: 175.000 € × 3,5 % = 6.125 €. Reinertrag der baulichen Anlagen: 38.400 € − 6.125 € = 32.275 €.
Schritt 5 - Vervielfältiger: bei 3,5 % Liegenschaftszinssatz und 70 Jahren Restnutzungsdauer rund 26,23.
Schritt 6 - Gebäudeertragswert: 32.275 € × 26,23 ≈ 846.570 €.
Schritt 7 - Ertragswert gesamt: Bodenwert 175.000 € + Gebäudeertragswert 846.570 € ≈ 1.021.570 €.
Das Ergebnis ist ein fundierter Verkehrswert. In der Praxis werden die Bewirtschaftungskosten und der Liegenschaftszinssatz objektspezifisch angepasst, und der Vervielfältiger wird aus Tabellen der ImmoWertV entnommen. Für eine erste Richtwertbewertung reicht die vereinfachte Formel aber aus.